Guyana – der kleine Staat in Südamerika

Wer Guyana besucht, der glaubt kaum, dass dies tatsächlich ein eigenständiger Staat ist, denn ganze 85% des Staates sind durch den Regenwald bedeckt. Genau dieser zeichnet den Staat auch bis heute aus und macht ihn für viele Urlauber interessant. Doch Guyana bestand nicht immer so wie wir es heute kennen. Erst zwischen dem 17. Und 18. Jahrhundert entstand es durch die niederländischen Kolonien Berbice, Essequibo und Demerara. In den folgenden Jahrhunderten wechselte sie zwar mehrmals die Kolonialmacht durch verschiedenste Aufstände und Auseinandersetzungen zwischen den Mächten selbst, doch mit dem Wiener Kongress gingen sie endgültig an Großbritannien über.

Die Geschichte Guyanas

Im Jahre 1834 wurde von den Briten dann schließlich auch die Sklaverei abgeschafft, wodurch immer mehr Plantagen einen Rückgang der arbeitswilligen Guayana zu verzeichnen hatten. Um dies auszugleichen holte man Arbeiter aus Britisch-Indien nach Guyana und brachte sie auf die Plantagen. Damit war der zweite Bevölkerungsstamm in das Land gekommen, was im weiteren Verlauf der Geschichte zu einigen Ausschreitungen führte. Weltbekannt wurde dabei beispielsweise das Blutbad von Jonestown im Jahre 1978, bei dem sich zahlreiche Sektenführer selbst hinrichteten als Reaktion auf die Ermordung eines amerikanischen Politikers.

Status der Insel

Die großen Schlagzeilen konnten dem Staat allerdings nicht seine Attraktivität für Urlauber nehmen. Diese können heute beispielsweise einige der zahlreichen Sehenswürdigkeiten des Landes besuchen. Bereits seit Jahren versucht Guyana mit diesen auf die Liste des Weltkulturerbes der Unesco zu gelangen – wenn auch bisher nicht von Erfolg gekrönt, so sind die verschiedenen Sehenswürdigkeiten dennoch beeindruckend. Unbedingt besucht werden sollte daher der sogenannte Präsidentenpalast aus dem 19. Jahrhundert. Er war der frühere Wohnort des britischen Gouverneurs und zeugt noch heute von dessen Status und Einfluss im Land. Nicht minder beeindruckend sind auch das Gerichtsgebäude und das Rathaus von Georgetown, die ebenfalls beide aus dem 19. Jahrhundert stammen.

Überblick

Wer sich zudem für Museen interessiert, hat die Wahl zwischen gleich zwei eindrucksvollen Einrichtungen. Zum einen gibt es das Walther-Roth-Museum in Georgetown und zum anderen das Nationalmuseum des Landes, welches ebenfalls in Georgetown beheimatet ist. Während sich ersteres mit der Anthropologie beschäftigt, können im Nationalmuseum verschiedenste Ausstellungsstücke aus der Kultur, der Tradition und natürlich der Natur des Landes besichtigt werden. Zusammen ergeben sie einen beeindruckenden Überblick über das Land, der sicherlich Lust auf die eine oder andere Erkundungstour ins Landesinnere macht.

Sehenswürdigkeiten

Bevor man nun allerdings in den Regenwald aufbricht, um dort die unberührte Natur Guyanas zu erleben, lohnt es sich noch einige weitere Plätze in Georgetown zu entdecken. Gleich drei Kirchen können hier beispielsweise besichtigt werden, die allesamt durch ihren beeindruckenden bau begeistern. Die älteste von Ihnen ist die St. Andrew’s Kirk, die gleichzeitig auch die älteste Kirche des Landes ist. Nicht minder beeindruckend ist zudem die Kathedrale Sainte George, die im 19. Jahrhundert gebaut wurde und bis heute eine der höchsten Kirchen aus Holz weltweit ist. Wer zusätzlich auch das Leben von Guyana kennenlernen möchte, der sollte einen der Märkte in Georgetown besuchen. Besonders empfehlenswert ist dabei der sogenannte Stabroek-Markt, der sich nicht nur zum Einkaufen eignet und längst über die Stadt hinaus bekannt ist.

Foto: Daniel Pissondes – Fotolia

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